Hauterkrankungen

Hauterkrankungen

Im folgenden Text werde ich zunächst allgemeine Grundlage der asiatischen Medizin in Bezug auf Hauterkrankungen erläutern und dann auf einige häufige Erkrankungen eingehen. Bei Hauterkrankungen mit allergischer Komponente können Sie sich zusätzlich hier informieren.

Im Mittelpunkt steht dabei immer im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes, den Körper und seine energetischen Funktionen zu regulieren, die Ursachen der Beschwerden zu beseitigen und eine dauerhafte Heilung zu unterstützen. 

Details:

Pathogene Einflüsse

Die Diagnose nach westlicher Schulmedizin spielt (wie bei den meisten Erkrankungen) eine eher untergeordnete Rolle, sondern die Beschwerden werden mit den Kategorien der asiatischen Medizin klassifiziert und entsprechend behandelt. Eine Möglichkeit ist dabei, Symptome der Haut nach schädigenden Einflüssen (Pathogenen) zu bewerten, die als Analogien aus der Naturbeobachtung hergeleitet sind. Dazu einige kurze Beispiele wie verschiedene Symptome eingeordnet werden: 

Wind

  • Hauterscheinungen, die überwiegend plötzlich kommen und gehen, sich relativ schnell verändern oder wandern
  • Schubweises Auftreten von Symptomen
  • Starke Schuppung
  • Juckreiz

Hitze

  • Hauterwärmung oder –rötung
  • Entzündungen
  • Hautveränderungen mit Ausblutungen
  • Besserung durch Kühlung

Kälte

  • Kalte Hautareale oder Zirkulationsstörungen
  • Bläulich, lila oder livide Hautverfärbungen
  • Besserung durch Erwärmung

Feuchtigkeit

  • Feuchte, schwitzende oder nässende Hautregionen
  • Bildung von Ödemen

Trockenheit

  • Trockene, gespannte Haut
  • Schuppung der Haut aufgrund von Trockenheit

Entsprechend wird eine Behandlungsstrategie gewählt, bei der durch passende Akupunkturpunkte, Ernährungsempfehlungen oder Kräuterbehandlung die krankmachenden Einflüsse reduziert werden sollen. Behandlungsstrategien könnten dann beispielsweise lauten „Wind ausleiten“ oder „Hitze reduzieren“.

Beteiligte Funktionskreise und Organe

Die asiatische Medizin teilt den Organismus in Funktionskreise ein, die weitgehend nach den uns bekannten inneren Organen benannt sind. Zu den Funktionskreisen gehören jedoch nicht nur die Organe, sondern auch jeweils zugeordnete Meridiane (Leitbahnen), Gewebearten, Sinnesorgane, psycho-emotionale Funktionen und weitere energetische Eigenheiten. Folglich ist bei einer Erkrankung, die sich auf einen Funktionskreis bezieht, nicht automatisch anzunehmen, dass das anatomische Organ erkrankt ist. Häufig ist eher die energetische Funktion betroffen.

Bei Hauterkrankungen kommen insbesondere die Funktionskreise mit einem engeren Bezug zur Haut als maßgeblich beteiligt in Frage. Dazu gehören:

  • Funktionskreis Lunge kontrolliert die Haut und verteilt die Feuchtigkeit auf ihr. 
  • Funktionskreis Milz kontrolliert das Blut und versorgt somit auch die Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit. Die Milz wandelt auch Schleim um und kann somit Bezug zu allen Hauterscheinungen mit Schleim-, Sekret- oder Flüssigkeitsbildung haben.
  • Funktionskreis Herz wird dem Element Feuer zugeordnet und hat damit Bezug zu Hautzeichen, die als Hitze gedeutet werden können. Das Herz steht außerdem in Beziehung zu emotionalen Belastungen. Diese können nach Auffassung der asiatischen Medizin zu „Hitze“ im Körper führen, die bis in die Ebene des Blutes vordringen kann. Diese Hitze kann sich wiederum an der Haut mit entsprechenden Symptomen zeigen.  

Durch sorgfältige Diagnostik muss der betroffene Funktionskreis identifiziert werden.

Körpersubstanzen

Die asiatische Medizin unterscheidet verschiedene Körpersubstanzen. Blut, dickflüssige und dünnflüssige Sekrete (chin. JinYe) und die Lebensenergie Qi. Bei vielen Hauterkrankungen ist besonders die Ebene des Blutes betroffen. Entzündungserscheinungen, Rötung und Wärme werden beispielsweise als Bluthitze gedeutet. Die Hitze im Körper / Blut muss irgendwo ihren Ausgang finden und zeigt sich oft auch an der Haut. Weiterhin liegt bei vielen Hauterkrankungen mit nässenden oder Sekret bildenden Symptomen (z.B. Akne) eine Störung auf der Ebene der dick- oder dünnflüssigen Körpersubstanzen vor.

Häufige Hauterkrankungen:

Neurodermitis / atopisches Ekzem

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine chronische Hautkrankheit, die häufig bereits im frühen Kindesalter beginnt und schubweise verläuft. Erstsymptome sind schuppende, rötliche Ekzeme mit starkem Juckreiz, die auch nässen und mit Krustenbildung einhergehen können. Typische Erkrankungsstellen sind die Armbeugen, Kniekehlen, Gesicht, Hals, Nacken und Gesäß. Als Krankheitsursachen werden schulmedizinisch genetische Veranlagung, allergisch-toxische Substanzen oder eine Störung des Immunsystems angenommen.

In der chinesischen Medizin wird die Erkrankung bereits in klassischen chinesischen Schriften beschrieben und als „Wind der vier Beugen“ oder „hartnäckige Feuchtigkeit“ bezeichnet. Die Bezeichnung „Wind“ bezieht sich dabei vor allem auf den schubweisen Verlauf, Juckreiz und Schuppung. Je nach individueller Ausprägung der Ekzeme wird häufig Hitze oder Feuchte-Hitze auf der Ebene des Blutes diagnostiziert. Hitze führt dazu, dass die Feuchtigkeit verbraucht (verdampft) wird und so trockene Hautläsionen entstehen (scharf abgegrenzte, trockene Läsionen mit Schuppenbildung, Juckreiz und evtl. blutigem Schorf). Bei einer mehr mit Feuchtigkeit verbundenen Hitze entstehen eher feuchte, nässende Hautekzeme mit Bläschen und Pustelbildung.

Behandlungsstrategien sind entsprechend je nach individueller Ausprägung der Symptomatik, die Hitze zu reduzieren oder Feuchtigkeit (Feuchte-Hitze) aus dem Körper durch die Wahl passender Akupunkturpunkte und Heilkräuter abzuleiten.

Psoriasis / Schuppenflechte

Psoriasis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die meist schubförmig verläuft. Es kommt zu einer gesteigerten Zellneubildung mit Verhornungsstörung der Oberhaut. Die Psoriasis-Herde sind typischerweise scharf begrenzt, entzündlich gerötet und mit silbrig glänzenden Schuppen bedeckt.  Übliche Körperstellen des Befalls sind die Streckseiten der Extremitäten (Ellbogen, Knie), Steißbein, unterer Rücken und der behaarte Kopf. Schulmedizinisch wird eine genetische Veranlagung für die Erkrankung angenommen.

Die in der asiatischen Medizin zu findenden Erkrankungsmuster richten sich hauptsächlich nach Verlauf und Geschwindigkeit von Krankheitsentwicklung und –fortschritt, Aussehen und Beschwerdebild der Hautsymptome, Puls- und Zungenzeichen. Die häufigsten Muster sind Blut-Hitze mit Wind (z.B. schnelle Entwicklung von Schüben), Blut-Hitze mit Einfluss von Toxinen (z.B. sehr starke, rote Hautläsionen, intensives Hitzegefühl) oder Blutmangel bzw. Trockenheit des Blutes (z.B. lange Zeit eher unveränderte Hautsymptome, dünnere, rosafarbene, silbrige Schuppung). Bei einem Befall der Gelenke im Rahmen der Erkrankung (Arthritis psoriatica) treffen eher Krankheitskategorien aus der chinesischen Medizin für Erkrankungen des Bewegungsapparates (sogenannte Bi-Syndrome) zu, nach denen entsprechend behandelt wird.

Akne vulgaris

Akne ist die häufigste Hauterkrankung. Aus schulmedizinischer Sicht sind die Ursachen die Bildung von Mitessern (Komedonen), erhöhte Talgproduktion der Haut, verstärkte Verhornung der Ausführungsgänge der Talgdrüsen und eine daraus folgende Entzündung der die Haarwurzel umgebeden Zellschicht der Haut (Follikulitis). Die Entzündungen zeigen sich durch gerötete, schmerzhafte Knötchen, Papeln und Pusteln, die Abszesse, Fisteln und Narben bilden können.

Aus Sicht der asiatischen Medizin wird häufig Hitze im Funktionskreis Lunge, Feuchte-Hitze im Funktionskreis Magen oder Stagnation von Schleim und Blut in den Meridianen diagnostiziert. Je nach Ursache wird im Sinne eines ganzheitlichen Konzepts mit entsprechenden Behandlungsstrategien eine Regulierung herbeigeführt, um einen Heilungsprozess einzuleiten.

Rosazea / Akne Rosazea

Rosazea ist eine chronisch verlaufende Hauterkrankung des Gesichts mit fleckenförmigen Rötungen der Haut, sichtbarer Erweiterung von kleinen Blutgefäßen (Teleangiektasen), Knötchen (Papeln) oder Bläschen (Pusteln). Bei einem Fortschreiten der Erkrankung können die Augen befallen sein sowie eine Veränderung des Bindegewebes der Nase eintreten (Knollennase / Rhinophym).

Aus Sicht der asiatischen Medizin werden je nach Hautbefund und weiteren Begleitsymptomen verschiedene Erkrankungsmuster unterschieden. Öfters wird entweder eine Hitze-Ansammlung im Funktionskreis von Magen und/oder Lunge festgestellt bzw. eine Störung auf der Blutebene. In der Therapie wird man durch Auswahl entsprechender Akupunkturpunkte,  Nahrungsmittelempfehlungen oder Kräuter versuchen, die Hitze aus Lunge oder Magen beseitigen, das Blut zu kühlen oder zu bewegen.

Einer Reihe weiterer Hauterkrankungen wie beispielsweise Urtikaria (Nesselsucht), Hyperhidrose (übermäßige Schweißbildung) oder Warzenbildung kommt ebenfalls für eine Behandlung in Frage.


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