Gynäkologische Erkrankungen

Gynäkologische Erkrankungen: Menstruationsbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten, Myome, Zysten, Endometriose

Die Therapie von gynäkologischen Störungen ist ein zentrales Gebiet der asiatischen Medizin. Viele hormonelle Störungen, Erkankungen wie Zysten, Myome und weitere Beschwerden können gut mit Akupunktur und chinesischen Kräutern beeinflusst werden.

Aus der Perspektive der asiatischen Medizin ist kaum eine Funktion des Körpers so komplex wie die der weiblichen Fortpflanzungsorgane, weil eine Fülle von Meridianen und Organen zum harmonischen Ablauf von Zyklus, Empfängnis und Schwangerschaft und Ernährung des Fötus sowie zur Blutbildung für die Menstruation beitragen.

gynäkologische Probleme

Im Folgenden möchte ich kurz Ursachen und Behandlungsansätze für einige häufige gynäkologische Probleme erläutern. Bitte beachten Sie, dass auch bei diesen Beschwerdebildern die asiatische Medizin im Vergleich zur Schulmedizin eine andere Sichtweise einnimmt. Anatomische Strukturen, Hormone oder konkrete organische Veränderungen werden hier kaum beachtet oder müssen in fernöstliche Konzepte übersetzt werden. Wie bei allen anderen Erkankungen geht es darum, ein „Muster“ in den vorhandenen Symptomen, begleitenden körperlichen Zeichen und Lebensumständen zu erkennen. Dieses wird dann durch eine passende Behandlungsstrategie therapiert, um die Symptome zu verbessern und den Organismus ins Gleichgewicht zu bringen.

Ausbleibende Periode (Amenorrhö)

Häufig liegt eine so genannte „Blut-Leere“ oder „Blut-Mangel“ vor bzw. die energetische Qualität des Blutes ist nicht ausreichend oder es besteht eine Blockade, die den regelmäßigen, harmonischen Fluss der Menstruation verhindert. Wenn im Kontext der asiatischen Medizin von Blut gesprochen wird, dann ist damit nicht nur das materielle Blut gemeint, welches wir sehen können. Gemeint ist auch eine Vielzahl von Funktionen, die das Blut aus fernöstlicher Sicht ausführt. Blut-Mangel bedeutet also nicht, dass der Patient tatsächlich messbar eine zu geringe Menge an Blut (in Litern oder ml) hat. In der Behandlung werden Akupunkturpunkte gewählt (häufig mit Moxibustion), die speziell das Blut unterstützen, ergänzt durch eine entsprechende Kräuterkombinationen und Ernährungsberatung.

Zu häufige / verführte Periode

Oft kann der Organismus aufgrund von Energiemangel oder „Hitze“ in bestimmten Organen bzw. Meridianen das Blut nicht mehr zurück halten. Dadurch kommt es zur verfrühten Blutung. In der chinesischen Medizin wird als Hitze ein energetisches Muster bezeichnet, das sich oft durch eine verstärkte Dynamik, Beschleunigung von Stoffwechselvorgängen und/oder Blutungen auszeichnet. Hintergrund können äußere oder emotional bedingte Krankheitsfaktoren sein. Je nach Ursache wird in der Behandlung Energie zugeführt oder Hitze ausgeleitet.

Verspätete Periode

Gleiche oder ähnliche Hintergründe wie bei der ausbleibenden Periode (siehe oben). Weitere Ursachen können eine Blockade des Energieflusses oder „Kälte“ im Uterus sein, die den Blutfluss blockiert. In der chinesischen Medizin wird als Kälte ein energetisches Muster bezeichnet, das sich oft durch eine Verlangsamung von Stoffwechselvorgängen, schneidende, krampfartige Schmerzen, dunkles, klumpiges (Menstruations-)Blut, Kälte der Extremitäten oder anderer Körperregionen (hier: häufig des Unterbauches) auszeichnet. In der Behandlung wir daher entweder durch passende Punkte die Energie im Unterleib bewegt oder bei Kälte wird Wärme durch Moxibustion und passende Heilkräuter zugeführt.

Schmerzhafte Periode (Dysmenorrhö), prämenstruelles Syndrom, PMS

Aus der Sicht der asiatischen Medizin können eine Vielzahl von Gründen die Schmerzen verursachen, die ähnlich der beschriebenen Hintergründe bei den Zyklusstörungen sind. Generell muss unterschieden werden in Beschwerden, die aufgrund einer Blockade von Energie (Fülle-Syndrom) oder einem Energiemangel (Leere-Syndrom) bestehen. Unter anderem durch Analyse von Qualität, Zeitpunkt und Stärke der Schmerzen orientiert sich die konkrete Behandlungsstrategie. So sind Schmerzen vom Fülletyp beispielsweise häufig vor und während der Periode, schneidend oder krampfartig mit dunkler, manchmal klumpiger Blutung. Schmerzen vom Leeretyp sind oft eher gegen Ende der Periode, dumpf, bessern sich durch Wärme und werden von Übelkeit oder Erbrechen begleitet. Die Behandlung beinhaltet in der Regel für die jeweilige Ursache geeignete Akupunkturpunkte sowie regionale und systemische Punkte zur Schmerzreduktion.

Myome, Zysten, Tumore, Verklebungen und ähnliches

Alle Störungen, bei denen mit schulmedizinischer Diagnose anatomisch unerwünschte Veränderungen des Gewebes mit Ansammlungen im Unterleib festzustellen sind wie beispielsweise Myome, Zysten, Endometriose, (gutartige) Tumore oder Verklebungen, werden aus Sicht der asiatischen Medizin ähnlich betrachtet. Durch Stagnation oder Blockade des freien Flusses von Energie und/oder Körperflüssigkeiten haben sich Substanzen angesammelt, die Stoffwechselvorgänge behindern. Durch sorgfältige fernöstliche Diagnostik muss entschieden werden, um was es sich handelt. Im Wesentlichen können dies Ansammlungen von Blut, Feuchtigkeit oder Schleim sein. Entsprechend unterschiedlich wird das Behandlungskonzept aussehen. Bitte beachten Sie dass es sich auch bei diesen Substanzen nicht um materiell vorhandenes Blut, Schleim usw. handeln muss, sondern dass die asiatische Medizin hier Analogien verwendet, um die Veränderungen und Beschwerden zu klassifizieren.

Die Länge, Häufigkeit und Intensität der notwendigen Behandlungen hängt von Dauer und Ausmaß der Beschwerden ab und muß im Einzelfall beurteilt werden. Häufig ist eine Behandlung über mehrere Monatszyklen erforderlich.

Akupunktur ist hier geeignet, um Schmerzen und Spannungsgefühle im Unterbauch zu behandeln. Moxibustion wird genutzt, um Kälte im Unterbauch zu beseitigen und die Zirkulation im Unterleib zu verbessern. Kräuterrezepturen können helfen, langfristig gynäkologische Beschwerden ohne hormonhaltige Medikamente regulieren.


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