Tinnitus und Hörsturz

Tinnitus und Hörsturz

Tinnitus und Hörsturz sind aus schulmedizinischer Perspektive häufig durch eine Erkrankung des Innenohrs verursacht. Oft wird eine Störung der Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Innenohrs vermutet, was zu einer Schädigung neurologischer Strukturen führen kann.

Tinnitus und Hörsturz können durch vielfältige Ursachen bedingt sein, beispielsweise:

  • Traumatische Verletzungen des Trommelfells oder des Innenohrs
  • Bakterielle oder virale Infektionen
  • Knalltrauma oder eine längerfristige Beschallung mit zu starkem Schalldruck
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule
  • Neurologische Veränderungen im Innenohr bzw. der Gehörnerven
  • Zu geringe Flüssigkeitsversorgung des Körpers mit daraus folgender Herabsetzung der Fließeigenschaften des Bluts und Minderdurchblutung des Innenohrs
  • Tumorerkrankung des Gehirns
  • Bluthochdruck

Bevor eine Behandlung mit asiatischer Medizin begonnen wird, sollte daher immer eine sorgfältige Abklärung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt erfolgen bzw. ein Ausschluss von Krankheitsursachen, die eine sofortige schulmedizinische Behandlung benötigen.

Genaue Betrachtung der subjektiven Beschwerden in der chinesischen Medizin

In der Behandlung mit asiatischer Medizin gilt es hier wie bei allen Erkrankungen die Ursachen zu ermitteln, um die passende Behandlungsstrategie festlegen zu können. Dabei sind unter anderem  folgende Fragen zu klären: 

  • Bisherige Dauer der Beschwerden (akut oder chronisch)
  • Wie ist der Ton bzw. der Gehörverlust entstanden? (allmählich oder plötzlich)
  • Wie ist der subektive wahrgenommene Ton der Ohrgeräusche? (hochfrequent, niederfrequent, permanent/immer gleich oder wandelbar, Dauerton oder beispielsweise zickadenartiges Geräusch)
  • Was beeinflusst den Ton bzw. das Gehörvermögen negativ oder positiv?
  • Welche weiteren Begleitsymptome und –zeichen, andere Beschwerden oder Erkrankungen hat der Patient, die einen Hinweis auf die korrekte Diagnose aus Sicht der asiatischen Medizin liefern?

Beteiligte Organe und Meridiane aus Sicht der TCM

Eine Reihe verursachende bzw. den Krankheitsverlauf beeinflussende Organe und Meridiane kommen typischerweise in Frage:

  • Die Niere hat als korrespondierendes Sinnesorgan die Ohren.
  • Die Leber hat als emotionalen Bezug Schaffenskraft, aber auch Wut und Ärger. Bei Stress, Ärger, Wut oder Frustration kann die Energie der Leber zu stark zum Kopf aufsteigen und dort das Entstehen von Ohrgeräuschen oder Ausfall von Frequenzbereichen / des Gehörs verursachen.
  • Die Meridiane von Gallenblase, Dünndarm und Dreifachem Erwärmer laufen regional in der Nähe der Ohren und haben somit einen Einfluss.
  • Die Ohr-Beschwerden können mit anderen Symptomen in Zusammenhang stehen, beispielsweise mit muskulären Verspannungen im Schulter-, Hals- oder Nackenbereich.

Durch Befragung, Puls- und Zungendiagnose sowie Abtasten entsprechender Punkte wird eine Diagnose aus der Perspektive der asiatischen Medizin erstellt und die Behandlungsstrategie festgelegt. Die diagnostischen Kategorien sind im Vergleich zur Schulmedizin sehr unterschiedlich. Bei der Diagnostik ist von zentraler Bedeutung, ob es sich bei der Störung um ein sogenanntes "Fülle- oder Leere-Syndrom" handelt.

  • Füllesyndrom: Zu viel Energie oder Energieblockade in Kopf oder Ohr, die Energie muss in Fluss gebracht oder abgesenkt werden. Eine Fülle-Problematik liegt häufiger relativ neuen, akuten Beschwerden vor.
  • Leeresyndorm: Es liegt ein Energie-Mangel (Qi-Leere) vor, der die Beschwerden des Gehörs verursacht. Das betroffene Organ oder der Meridian müssen gestärkt werden. Ein Leeresyndrom besteht häufiger bei schon lange anhaltendem Tinnitus.
Tinnitus und Hörsturz

Aus der Gesamtanalyse der schulmedizinischen Befunde und der Diagnostik aus der asiatischen Medizin wird für jeden Patienten eine individuelle Behandlung mit Akupunktur und Käuterheilkunde zusammengestellt.

Dabei wende ich grundsätzlich mehrere Ansätze an:

  • Ansprechen des "Grundproblems" (beteiligte Organe und Meridiane) durch Akupunktur und Kräutertherapie
  • Lokale Behandlung von Akupunkturpunkten im Bereich des Ohrs
  • Fördern der emotionale Entspannung
  • Verminderung muskulärer Verspannungen

Meine Erfahrung: Bei der Behandlung von Tinnitus und Hörsturz habe ich in den letzten Jahren insbesondere die Erfahrung gemacht, dass sich an der Muskulatur von Hals, Gesicht und Nacken im Bereich des betroffenen Ohres sehr häufig punktuell tastbare und druckschmerzhafte Punkte finden lassen. Diese stehen aus meiner Sicht in engem Zusammenhang mit der Problematik. Eine Berücksichtigung dieser Zusammenhänge scheint in der schulmedizinischen Tinnitustherapie keine große Bedeutung zu haben. Oft kann die Behandlung dieser Stellen mit Nadeln und Moxa eine deutliche Verbesserung der Beschwerden mit sich bringen.


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